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Kritik Bietigheimer Zeitung |
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| News & Presse - Marie, das fliegende Kindermädchen - Ludwigsburg |
Bronx-Atmosphäre im ForumJunior-Tanzprojekt der New York City Dance School in Ludwigsburg „In einer ideenreichen Inszenierung stellten die Tanzeleven der New York City Dance School im ausverkauften Forum ihr Können unter Beweis. Im Rampenlicht auf einer großen Bühne zu stehen und vor vielen hundert Zuschauern sein Können zum Besten zu geben ist der Traum vieler junger Menschen. Für über 800 Kinder und Jugendliche, die sich an der renommierten New York City Dance School (NYCDS) in Stuttgart im Tanz ausbilden lassen, ging am Wochenende dieser Traum in Erfüllung. Basierend auf der Geschichte des Kindermädchens Mary Poppins hatte Regisseurin Katajun Peer-Diamond, die auch für Libretto und Dramaturgie verantwortlich war, mit "Marie. Das fliegende Kindermädchen" eine prall gefüllte, bunte Inszenierung auf höchstem künstlerischen Niveau geschaffen, die das Konzept der NYCDS - die Vereinigung von Professionalität, Internationalität und geballter tänzerischer Kompetenz - auf beeindruckende Weise aufzeigte. So macht das Tanzen Spaß, und das sahen die begeisterten Besucher im Forum. Alle Beteiligten, darunter auch der jüngste Nachwuchs, der an der NYCDS noch überwiegend spielerisch an den Tanz herangeführt wird, bewältigten ihren großen Auftritt mit bewundernswerter Disziplin und einer ansteckenden Freude am Tanz. Gespielt und vor allem getanzt wurde vor einer raffiniert unaufwändigen Kulisse - im Hintergrund zeigten großformatige Bilder die Stationen des wundersamen Weges, den die Kinder Johanna und Michael (Melodie Cecchini und Fabio Santamaria) gemeinsam mit dem neuen Kindermädchen Marie gehen. Dieses kapriziöse Wesen wurde, mit festem Boden unter den Füßen, charmant und unprätentiös von Sara Colapietro gespielt, während eine grazile, nahezu schwerelos schwebende Nadja Issa die fliegende Marie an den Seilen mimte. Den Tanzschülern stand mit dem Musical-Star Randy Diamond ein Vollblutprofi zur Seite, der sich sowohl als sorgender Vater als auch als pfiffiger Lebenskünstler Bernd in die Herzen sang. In diese Szenen eingebettet waren dann die vielen Choreografien, die das Können der NYCDS-Zöglinge aufzeigten: Vier-und fünfjährige Mädchen in Blumenkleidchen, die leichtfüßig über die riesige Bühne hüpften, Hip-Hop-Girlies, die Bronx-Atmosphäre nach Ludwigsburg brachten, niedlich tanzende Buben in Matrosenanzügen und Step-Formationen, die den Rhythmus im Blut hatten. Gerne hätte man da das eine oder andere starke Bild in diesen Einzelchoreografien noch länger betrachtet, wie beispielsweise das "Standbild spektakulär", bei dem fantasievoll verhüllte Mädchen der Stepptanzgruppe minutenlang "eingefroren" verharrten, um dann tänzerisch aufzutauen. Dass für dieses längere Zuschauen in Anbetracht der großen Zahl an Tanzeleven keine Zeit blieb, ist aber nur ein winziger Wermutstropfen. Alles in allem war die Darbietung der New York City Dance School eine prall gefüllte, aufregende Inszenierung und eine Aufforderung an alle Nichttänzer: Lets dance! (Bietigheimer Zeitung, 15. Dezember 2009) |